0

Test: Schnellerer Systemstart durch Defragmentieren?!?

Posted by DIDI on 31. August 2009 in Windows |

Defragmentierung… ein Thema um das viel gestritten wird und auch ich mir nach all den Jahren keine eindeutige Meinung gebildet habe. Nun wollte ich meiner Unklarheit selbst mal etwas auf die Pelle rücken und einen Test machen, um genau zu sein werden es sogar 2 Tests sein.

Getestet wird die Defragmentierung anhand des Systemstarts. Die Zeit wird vorher und nachher gemessen. Die Differenz schafft hoffentlich Klarheit.
Die Messung der Zeit erfolgt mit einer Stoppuhr, weil Bootvis mit SATA Platten nicht zurecht kommt und Boottimer.exe ungenau bei Passworteingaben wird.

Defragmentiert werden die Testrechner mit dem kostenpflichtigen Programm O&O Defrag 11 Pro. Die Testversion läuft 30 Tage voll funktionsfähig und sollte für einen Test oder das jährliche defragmentieren reichen. Das Programm könnt ihr auf der Produktseite herunterladen, dazu müsst ihr vorher noch eure Daten eingeben (Fakedaten+Trashmail).
Oder zieht die Testversion von mir:

download_b
OODefrag11ProfessionalGer [.exe]
OODefrag11Professional64Ger [.exe]

Fragen wie “Warum denn das Programm?” oder Anmerkungen wie “So eine Mistsoftware?!” bitte per Mail an mich und nicht in die Comments.


Test 1:
Computer: AMD Athlon X2 64 Dual Core 3800+, 2GB RAM, 160GB HDD, aktuelles Windows XP SP3, System etwa 1 Jahr und 3 Monate alt.

C:\ ist mit 150GB die Heimat von System, Programmen, Alles, Arbeitsrechner eben. Für Fragmentierung wunderbar geeignet. Die erste Analyse bestätigt das nahezu erschreckend gut:

test-defragmentierung-hilft-beim-systemstart-analyse1

Der Fragmentierungsgrad von 65% ist jenseits von Gut und Böse.

Nun habe ich den Computer heruntergefahren und mit einer Stoppuhr (musste leider sein) die Startzeit gemessen. Es zählt die Zeit vom Drücken des Power-Knopfes bis hin zum Domänenloginbildschirm via Strg+Alt+Entf. Da dieser Rechner an einer Domäne angemeldet und ein Passwort notwendig ist stoppe ich die Zeit vor dem Loginbildschirm, schließlich würde die Passworteingabe die Zeit verfälschen.

1. Start – Vorher:
0-8 Sekunden: Schwarzer Bildschirm
8-18 Sekunden: Mainboard, BIOS, Systemkram
18-36 Sekunden: Windows Boot Bildschirm mit laufendem Balken
36-71 Sekunden: Übernehmen der Computer- und Netzwerkeinstellungen, übernehmen der Sicherheitsrichtlinien und solcher Domänenkram.
71. Sekunde: Login Bildschirm

Nun wurde defragmentiert bis der Rechner qualmt. 2x die SPACE Methode und 1x die STEALTH Methode. Achtung: je nach Festplattengröße dauert das Stunden.
Danach:

test-defragmentierung-hilft-beim-systemstart-analyse2

Weniger als 1% fragmentiert, also gut 60% weniger fragmentiert im Vergleich zum letzten Stand, das sollte doch die Geschwindigkeit boosten, oder nicht?

2. Start – Nachher:
0-8 Sekunden: Schwarzer Bildschirm
8-17 Sekunden: Mainboard, BIOS, Systemkram
17-34 Sekunden: Windows Boot Bildschirm mit laufendem Balken
34-69 Sekunden: Übernehmen der Computer- und Netzwerkeinstellungen, übernehmen der Sicherheitsrichtlinien und solcher Domänenkram.
69. Sekunde: Login Bildschirm

Okay, das lassen wir erstmal so stehen. Übersichtliche Tabelle mit den Werten und Auswertung am Ende des Artikels!

Update: (TestPC 1 #2) Nachträglicher Test:
Dieser Testcomputer wurde mit PageDefrag und dem cmd Befehl “defrag c: -b” weiterbearbeitet. Anschließend habe ich die Prefetch Dateien gelöscht.

Hier die Werte danach:
0-7 Sekunden: Schwarzer Bildschirm
7-17 Sekunden: Mainboard, BIOS, Systemkram
17-32 Sekunden: Windows Boot Bildschirm mit laufendem Balken
32-62 Sekunden: Übernehmen der Computer- und Netzwerkeinstellungen, übernehmen der Sicherheitsrichtlinien und solcher Domänenkram.
62. Sekunde: Login Bildschirm

Ich schätze von diesen 3 Methoden profitiert das 2. Testsystem mehr, 7 Sekunden schneller ist bei diesem PC aber auch schon sehr gut. Den 2. PC teste ich später.


2. Test:
Computer: Core 2 Duo E8400, 4GB RAM, 300GB HDD, aktuelles Windows XP SP3, System genau 1 Jahr alt.

Seines Zeichens mein Heimrechner, C:\ beinhaltet mein System und ist 50GB groß. Der Rest wird auf die anderen Partitionen verteilt. P:\ enthält meine Programme und ist daher genauso anfällig für Fragmentierung. Daher liegt das Augenmerk jetzt auf C: und P:.

test-defragmentierung-hilft-beim-systemstart-analyse3

Fast 40% Fragmentierung auf der Systempartition und mehr als 70% auf der Programmpartition, das sollte doch eine optimale Testvoraussetzung sein! :)

Getestet wird vom Drücken des Power-Knopfes bis zu dem Punkt an dem ICQ fertig geladen hat und die Kontaktliste anzeigt. ICQ ist das letzte Programm, dass sich bei meinem Autostart mitstartet und stellt daher das Ende der Zeitmessung. Nur ein Konto, kein Passwort, Login erfolgt also automatisch.

1. Start – Vorher:
0-12 Sekunden: Schwarzer Bildschirm
12-31 Sekunden: Mainboard, BIOS, Systemkram
31-65 Sekunden: Windows Boot Bildschirm mit laufendem Balken, Windows XP Login (automatisch)
65-137 Sekunden: Alle Programme starten
137. Sekunde: Fertig!

Nicht der Burner, geb ich zu. Irgendwie kommt es mir so vor, dass Windows XP nach 1 Jahr Benutzung – unabhängig von derbster Monsterhardware – stinkend langsam wird. Kann man tun, was man will, cleanen und aufräumen wie man möchte, keine Chance. Heimlich eingebauter Microsoft Mechanismus um zum Kauf neuer Betriebssysteme anzuregen oder sowas.
Naja jedenfalls auch hier, alle Partitionen mit 2x SPACE neu sortiert, hier ist der neue Stand:

test-defragmentierung-hilft-beim-systemstart-analyse4

Na, das ist doch mal nen Bild! Geilo. Neustart!

2. Start – Nachher:
0-12 Sekunden: Schwarzer Bildschirm
12-32 Sekunden: Mainboard, BIOS, Systemkram
32-66 Sekunden: Windows Boot Bildschirm mit laufendem Balken, Windows XP Login (automatisch)
66-140 Sekunden: Alle Programme starten
140. Sekunde: Fertig!

Ernüchternd… langsamer geworden.


Fassen wir zusammen:

Test Nr. Differenz Checkpoint 1 Differenz Checkpoint 2 Differenz Checkpoint 3 Differenz Checkpoint 4
TestPC 1 +/- 0 – 1 – 2 – 2
TestPC 1 #2 +/- 0 – 1 – 4 – 9
TestPC 2 +/- 0 + 1 + 1 + 3

Alle Werte in Sekunden | – X = schneller/besser | + X = langsamer/schlechter | Differenzwerte im Vergleich zum jeweiligen Originalwert (siehe “Start Vorher/Nachher” oben)

Der Computer auf Arbeit startete also 2 Sekunden schneller nach der Defragmentierung, mein Heimrechner wurde sogar 3 Sekunden langsamer. Mit Berücksichtigung der Messschwankung erreichen wir ein klares Fazit:

Defragmentieren beschleunigt nicht den Systemstart.
Selbst der Autostart meines Heimrechners hat nicht davon profitiert, dass die Fragmentation von über 70% auf 0% berichtigt wurde. Die Programmen wurden nicht schneller geladen. Der reine Systemstart bis zum Windows Desktop (also bis zur Anmeldung) konnte durch das Defragmentieren der Systempartition ebenfalls nicht beschleunigt werden.


Der Test ist gelungen, meine Meinung zum Thema “defragmentieren” habe ich mir jetzt gebildet auch wenn ich andere Ergebnisse begrüßt hätte.
Gibt es Meinungen zum Ablauf, zu den Werten, den Ergebnissen? Beschwerden, Vorschläge, Lob, ich nehme gern alles entgegen! Kommentare sind offen und Mail wird regelmäßig gelesen :)

Gefunden bei hannes-schurig.de

Schreibe einen Kommentar

Copyright © 2008-2018 Tortuga's Piraten Spelunke All rights reserved.
This site is using the Desk Mess Mirrored theme, v2.5, from BuyNowShop.com.